Das Gesetz der Verschwendung – Zweites Parkinsonsches Gesetz

Der britische Historiker, Publizist und Soziologe Cyril Northcote Parkinson hat 1979 das „Zweite Parkinsonsche Gesetz“ veröffentlicht. Es besagt:

„Die Ausgaben steigen stets bis an die Grenzen des Einkommens“

Dies ist tatsächlich so. Ich beobachte dies sehr oft. Je mehr jemand verdient, desto höher werden seine Ausgaben. Erst muss ein neues Auto her, die Frau bekommt auch gleich eines, alles auf Pump finanziert natürlich. Dann wird die Wohnung oder das Haus größer und die Urlaubsreisen luxuriöser. Der Lebensstandard steigt, die Konsumausgaben auch.

Es wird immer häufiger Essen gegangen, aber nicht mehr in die einfachen Läden, sondern in die besseren, mit Tischdecken bis zum Fußboden. Die Freunde werden gleich mit durchgefüttert. Man kann es sich ja jetzt leisten.

Obwohl das Einkommen gestiegen ist, steigt das Vermögen nicht. Die Konsumausgaben fressen alles auf. Oft sind diese Personen dennoch permanent klamm, das Konto im Dispo. Sie leben weit über ihren Verhältnissen. Eigentlich müssten sie leicht Vermögen aufbauen können.

Wenn das Einkommen steigt, sollte man seinen Lebensstandard nur leicht erhöhen. Wer dies nicht beherzigt, wird am Ende mit leeren Händen und Schulden dastehen. Die Konsumausgaben machen einem arm.

Cyril Northcote Parkinson war ein witziges Kerlchen mit britischen Humor. Bereits in den 1950er Jahren hat er die britische Verwaltung beobachtet und humorvoll dargestellt. Diese Lehrsätze nannte er dann „Parkinsonschen Gesetze“. Der erste Lehrsatz hieß:

„Jeder Beamte oder Angestellte wünscht die Zahl seiner Untergebenen, nicht aber die seiner Rivalen, zu vergrößern.“

Stelle dir einen überarbeiteten Beamten vor. Ja, kaum vorstellbar, ich weiß. Wie kann er sein Dilemma nun lösen? Er hat drei Möglichkeiten.

Variante 1: Er kündigt.

Variante 2: Er teilt sich die Arbeit mit einem Kollegen.

Variante 3: Er wird Oberbeamter und bekommt noch zwei Untergebene, an die er die Arbeit delegiert.

Für welche Variante wird er sich wohl entscheiden? Natürlich Variante 3, da gibt es gleich noch eine Gehaltserhöhung dazu. Parkinson folgert daraus:

„Beamte und Angestellte schaffen sich gegenseitig Arbeit“

Sobald C bei A auch wegen Überarbeitung klagt, wird zur Unterstützung für C dann E, F, G und H eingestellt, damit er seine Arbeit schafft. Tatsächlich ist es aber immer noch dieselbe Arbeit wie am Anfang, sie ist nicht mehr geworden, allerdings beschäftigen sich jetzt mehr Beamte damit.

Damals hat Parkinson die britische Marine beobachtet. Zwischen 1914 und 1928 stieg die Anzahl der Admiräle um 78 Prozent, die der Schiffe sank in dem Zeitraum aber um 67 Prozent und die der Offiziere um 31 Prozent.

Fazit: Weniger Arbeit, aber mehr Vorgesetzte. Stimmt heute noch. Wie in der deutschen Verwaltung.



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