Rechenzentrumsinfrastruktur Aktie des Tages: WhiteFiber, Inc.

Rechenzentren schießen derzeit wie Pilze aus dem Boden und ein vielversprechender Akteur in diesem Bereich mit Potenzial für die Zukunft ist WhiteFiber, Inc. (ISIN: KYG961151035 / WKN: A412UJ). Börsennotiert ist das Unternehmen seit August 2025. Seit August 2025 konnte der Aktienkurs rund 170 Prozent zulegen.

WhiteFiber wurde am 15. August 2024 unter dem Namen Celer, Inc. gegründet. Es handelt sich um ein Spin-off von Bit Digital, Inc. mit Wurzeln im früheren HPC-Geschäft. Die frühere Mining-Infrastruktur wurde für KI-Zwecke umgewidmet. Für das Unternehmen arbeiten rund 83 Mitarbeiter.

Heute ist WhiteFiber ein spezialisierter Anbieter von KI-Infrastruktur, der sich auf hochperformante Rechenzentren und Cloud-Dienste für künstliche Intelligenz und High-Performance-Computing konzentriert. Das Unternehmen betreibt eigene Tier-3-Rechenzentren, die gezielt für die extrem hohen Leistungsanforderungen von generativer KI optimiert sind, darunter hohe Stromdichten bis zu 150 kW pro Rack, direkte Flüssigkeitskühlung und redundante Stromversorgung. Diese physische Infrastruktur bildet die Grundlage des Geschäfts und ermöglicht es, Kunden stabile, skalierbare Umgebungen für Trainings- und Inferenz-Prozesse von KI-Modellen bereitzustellen.

Das Geschäftsmodell ist vertikal integriert, was bedeutet, dass WhiteFiber nicht nur die Rechenzentren besitzt und betreibt, sondern auch eigene Cloud-Dienste anbietet. Kunden können entweder dedizierte GPU-Kapazitäten in der Cloud mieten oder Colocation-Services nutzen, bei denen sie eigene Hardware in den WhiteFiber-Rechenzentren unterbringen. Durch diese Kombination entsteht eine flexible Palette aus Managed-Hosting, privaten Clouds und Hybrid-Lösungen, die besonders für KI-Entwickler, Forschungsorganisationen und Unternehmen aus Branchen wie Gesundheitswesen oder Finanztechnologie attraktiv sind. Die Integration erlaubt es, Cluster über mehrere Standorte hinweg als virtuelle Supercluster zu verbinden und so höhere Leistung und Auslastung zu erreichen.

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Einnahmen generiert WhiteFiber primär über zwei Segmente: Cloud-Services, die derzeit den Großteil des Umsatzes ausmachen, und Colocation- beziehungsweise Hosting-Dienste in den eigenen Rechenzentren. Die Preise orientieren sich typischerweise an GPU-Stunden oder reservierter Kapazität, ergänzt durch langfristige Verträge, die Stabilität und vorhersehbare Einnahmen schaffen. Durch die Kontrolle über die gesamte Wertschöpfungskette – von der Strombeschaffung über Kühlung bis zur Software-Optimierung – zielt WhiteFiber auf hohe Margen und Effizienz ab, was es von reinen Colocation-Anbietern oder reinen Cloud-Plattformen abhebt.

WhiteFiber plant in den kommenden Jahren ein starkes Wachstum durch den systematischen Ausbau seines Portfolios an Hochleistungs-Rechenzentren, das speziell auf die steigende Nachfrage nach KI- und HPC-Workloads ausgerichtet ist. Das Unternehmen setzt dabei konsequent auf eine Retrofit-Strategie, bei der bestehende Gebäude effizient umgebaut werden. Dadurch können Kundenbedürfnisse deutlich schneller bedient werden als bei herkömmlichen Neubauten, während die Baukosten pro Brutto-Megawatt auf sieben bis 9 Millionen USD sinken – bis zu 40 Prozent günstiger als bei Greenfield-Projekten.

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In den nächsten vier Jahren strebt WhiteFiber an, vier Einrichtungen mit insgesamt 115 Brutto-Megawatt Kapazität online zu bringen und die online-Kapazität bereits bis Ende 2026 auf rund 76 Megawatt zu steigern. Ein zentraler Baustein ist der großflächige NC-1-Standort mit 99 Megawatt, der durch einen langfristigen Anker-Vertrag mit Nscale abgesichert ist, sowie die MTL-Standorte in Montreal, die schrittweise ausgebaut und voll ausgelastet werden. Ein umfangreicher Pipeline von über 1,6 Gigawatt ermöglicht weitere Expansionen in strategisch günstigen Lagen nahe Metropolregionen, wo niedrige Latenzzeiten für KI-Inferenz-Anwendungen entscheidend sind.

Durch modulare Entwicklungen und langfristige Verträge mit namhaften Kunden wie Cerebras Systems und Nscale sichert sich WhiteFiber stabile Einnahmen bei gleichzeitig hoher Flexibilität für Colocation- oder eigene Cloud-Dienste.

Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2025 ist der Umsatz gestiegen auf 23,561 Millionen USD (Vorjahreszeitraum: 14,599 Millionen USD) und der Nettoverlust ist gestiegen auf -1,523 Millionen USD (Vorjahreszeitraum: -1,037 Millionen USD).

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