Mit dem langweiligen Dividendendepot zum Millionär

Ich habe vor dem Platzen der Internetblase an der Börse angefangen. Damals hatte ich einen Teil meines Geldes vom Unternehmensverkauf investiert für meine Altersvorsorge, einen anderen Teil in zwei Rentenversicherungen. Zu dieser Zeit gab es noch Zinsen und hohe Mindestrenditen. Nach dem Platzen der Internetblase, einige Jahre später, hatte mein Depot einen neuen Höchststand erreicht. So verstand ich, dass man Krisen aussitzen muss.

Ein langweiliges Dividendendepot ist ideal, um langfristig Vermögen aufzubauen. Über die Jahre, mit entsprechendem Kapital, kann man auch Millionär werden. Der Aktienmarkt steigt langfristig. Zwischenzeitliche Börsencrashs oder Korrekturphasen muss man nur aussitzen, viele machen dies nicht und verkaufen. Oft verlieren sie dann Geld und schimpfen auf die böse Börse.

Dividenden geben mir immer ein sehr beruhigendes Gefühl. Oft werden sie auch in Krisenzeiten ausgeschüttet. Das eine oder andere Unternehmen kürzt sie mal oder lässt sie dann auch ausfallen, aber meistens habe ich meine Dividenden erhalten. Natürlich werden die Dividenden vom Kurs abgezogen, linke Tasche, rechte Tasche, aber es beruhigt dennoch. Dieses Geld kann ich dann zum Kauf neuer Aktien verwenden, vor allem dann, wenn die Kurse niedrig sind, wie bei einem Crash.

Zocken ist der falsche Weg. Langfristig mit Zocken ein Depot aufzubauen, ist sehr schwer. Ich kann es nicht. Daher immer schön stetig Aktien einsammeln. Achte darauf, dass der Aktienkurs, die Dividende und der Umsatz, wie auch Gewinn, Jahr für Jahr steigt. Dies macht eine Qualitätsaktie aus. Die kann man dann auch für die Ewigkeit liegenlassen.

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Allerdings sollte man es nicht nur so wie Warren Buffett machen, er hat auch viele Trends verpennt. Neue Trends sollte man sich anschauen und sich die Perlen herauspicken. Der Technologie-Sektor bietet viele Qualitätsaktien. Nur wenige schütten eine Dividende aus. Solange die Unternehmen aber profitabel sind und alles tendenziell aufwärts geht, sollte man die durchaus mit einsammeln.

Der Grund liegt darin, dass die Kurszuwächse oft etwas stärker ausfallen. Bisschen mehr Rendite im Depot ist nie verkehrt und es ist die Zukunft. Dennoch sind als Hauptbestandteil eines Depots Dividendenaktien gut geeignet. Auch bei mir sind die Mehrheit der Aktien im Depot Dividendenaktien. So kann man, wenn man es möchte, sich gut seine Rente später im Alter aufbessern.

Von der gesetzlichen Rente ist nicht viel erwarten. Man zahlt im Vergleich zur vorherigen Generation immer ein, erhält weniger prozentual ausgezahlt und muss noch mehr Steuern auf seine Rente im Alter bezahlen. Je später man in Rente geht, desto schlechter wird das Geschäft.

Einige Anleger investieren auch in Immobilien. Aktuell sind die Immobilienpreise sehr hoch und da wo nicht, oft Ostdeutschland, sind meistens die Mieten niedrig und es herrscht ein Überangebot am Wohnungsmarkt. Dies wird sich meist langfristig rächen, was viele Anleger nicht bedenken. Bei einer durchschnittlichen Mietdauer von sieben Jahren, den damit verbundenen Kosten für Renovierungen sowie Instandhaltung der Immobilie und den niedrigen Mieten, ist es schwer, auf einen grünen Zweig zu kommen.

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Oft wird mit einem großen Wertzuwachs der Immobilien in den nächsten Jahren gerechnet, was dann zum großen Gewinn führen soll. Der fällt aber in diesen Gegenden meist aus. Als selbstständiger Immobilienmakler kenne ich diese Probleme sehr gut. Es ist oft nicht so, wie es bei YouTube von vielen Immobilieninvestoren dargestellt wird. Die dort gezeigten Renditen pro Wohneinheit sind oft viel zu gering, dies wird langfristig in vielen Fällen nicht genügen, ob die Kosten zu decken.

Man kann mit Immobilien Geld verdienen. Heute ist dies aber viel schwerer als noch vor Jahren, die politischen Unsicherheiten nehmen auch zu, Stichwort sozialistischer Mietendeckel, Mietpreisbremse oder Umwandlungsverbote. Dies belastet die Miethöhe und Wertzuwächse der Immobilien.

Ein sehr gerne von Immobilieninvestoren genanntes Argument für Immobilien und gegen Aktien ist, dass sie durch das Fremdkapital einen größeren Hebel haben und damit mehr Rendite erwirtschaften, als mit Aktien oder einem ETF. Dieses Argument hinkt. Dies kann ich auch mit einem Margin-Depot erreichen und bin deutlich flexibler als mit Immobilien, mal abgesehen davon, dass es eine Vielzahl guter Immobilienaktien gibt. Mein Depot ruft mich auch nicht an.

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