Sollte man eine zeitliche Begrenzung für eine Aktien-Order setzen?

Zeitliche Begrenzungen bei einer Aktien-Order haben Vor- und Nachteile. Viele Anleger stehen immer wieder vor diesem Problem. Sollte man die Aktie gleich jetzt kaufen und den Kaufpreis so einstellen, dass die Order innerhalb weniger Sekunden durchgeht oder ist es besser, einen niedrigeren Kaufpreis festzulegen und darauf zu hoffen, dass diese in ein paar Tagen durchgeht?

Dieses Problem haben viele Anleger. Mir geht es meist ähnlich. Eine pauschale Antwort gibt es für dieses Problem nicht. Man sollte daher immer etwas genauer hinschauen und ein bisschen unterscheiden. Es gibt verschiedene Situationen, welche eine unterschiedliche Herangehensweise erfordern können. Schauen wir uns einmal ein paar Beispiele an.

Angenommen wir haben einen Crash, wie den Coronacrash. Niemand weiß in diesem Fall, wie tief eine Aktie fällt. Oft ist es bei einem Crash so, dass es einen Tag gibt, wo die Kurse besonders stark einbrechen. An so einem Tag würde ich kaufen. Am liebsten kaufe ich meine Aktien um die zwei Stunden vor Handelsende. Ich habe festgestellt, dass ganz zum Schluss die Kurse noch einmal etwas anziehen. Eine Garantie ist das natürlich nicht. Was ein großer Kurseinbruch ist, darunter versteht auch jeder etwas anderes.

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Wenn wir keine Crashsituation haben, also einen ganz normalen Handel, muss man schauen, was dies für eine Aktie ist. Es gibt Aktien, von denen werden am Tag Millionen Stück gehandelt. Es gibt aber auch Unternehmen, Small Caps, von denen werden relativ wenige Aktien gehandelt, an manchen Tagen nicht eine. Dies kann von Tag zu Tag schwanken. Den einen Tag werden nur 50 Stück verkauft, an einen anderen Tag 3.000 Stück.

Werden von einem Unternehmen viele Aktien gehandelt und der Aktienkurs fällt seit einiger Zeit, dann würde ich auf einen niedrigeren Kaufpreis setzen, also eine Limit-Order. Solche Aktien sind üblicherweise nicht sehr volatil. Wenn die mal zwei Prozent steigen oder fallen am Tag, dann ist das viel. Sollte der Kurs nach oben drehen, dann kommt der Aufpreis nicht so teuer.

Aktien von sehr kleinen Unternehmen werden weniger gehandelt. Wenn sie angeboten werden, kann der Kurssprung schon deutlich größer sein. Es gibt Unternehmen, die bewegen sich einige Zeit lang seitwärts, dann würde ich es mit einer zeitlich begrenzten Limit-Order probieren.

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Einige steigen auch. Irgendwie wollen die auch nicht mal zwischendurch so richtig fallen, dass man sie günstiger kaufen kann. Die wollen einfach nicht fallen und wenn doch, dann schnappt ein anderer Käufer einem die Aktien vor der Nase weg. Dies kenne ich zur Genüge.

In diesem Fall würde ich zwar auch eine Limit-Order setzen, aber so anpassen, dass der Kauf heute oder morgen durchgeht. Wenn man dies länger hinauszögert, kann dies Rendite kosten. Es kann aber auch genauso gut sein, dass man doch besser hätte noch warten sollen. Aber wer weiß das schon?

Einfach eine Order ganz ohne Limit kann gefährlich werden. Beim Kauf einer Microsoft Aktie nicht, aber bei Aktien, die wenig gehandelt werden, schon. Wenn der Aktienkurs bei 10 Euro steht, du platzierst eine Order ohne Limit und da ist nur ein Verkäufer, der 13 Euro will, dann musst du 13 Euro zahlen, mehr als du bestimmt wolltest. Daher immer ein Limit setzen, auch wenn der Kauf sofort ausgeführt werden soll.



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