Witwen- und Waisenpapiere oder Wachstumsaktien für das Depot?

Witwen und Waisen-Aktien erfreuen sich bei vielen Anlegern einer sehr großen Beliebtheit. Vor allem risikoscheue Börseneinsteiger greifen zu diesen Papieren. Was auch vollkommen OK ist. Witwen- und Waisenpapiere sind Standardaktien, mit meist geringem Kurspotenzial, dafür aber relativ sicheren, höheren und stabilen Dividendenausschüttungen seit Jahrzehnten.

Ich bin kein so großer Fan von Witwen- und Waisenpapiere. Ein paar habe ich auch, allerdings so etwas wie Microsoft oder Apple. Wer meinen Blog verfolgt weiß, ich hatte die Apple Aktie neulich getradet. Einige Wochen vor den Aktiensplit habe ich mir mein Depot damit aufgefüllt, in der Erwartung, dass die Aktie hochschießt bis zum Split. Kam auch so.

Sobald die neuen Aktien im Depot waren, noch am selben Tag, habe ich alle verkauft, weil ich davon ausging, dass dann die Gewinnmitnahmen einsetzen werden. Kam ebenfalls so. Als die Aktie weiter unten war, habe ich mich wieder für eine Buy and Hold Position eingedeckt. Die bleibt jetzt auch, wird nicht mehr verkauft.

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Microsoft und Apple sind oft nicht die Art von Witwen- und Waisenpapiere, welche die meisten Anleger kaufen. Sie interessieren sich eher für Aktien wie Johnson & Johnson, Coca-Cola oder Pfizer. Derartigen Anleger geht es meist gar nicht um die Kurszuwächse, sie wollen quasi die Zinsen, welche sie auf dem Sparbuch nicht mehr erhalten, in Form von Dividenden bekommen. Solange der Aktienkurs insgesamt nicht fällt, vielleicht leicht steigt, sind die glücklich.

Diese Art von Anleger will nur die Kaufkraft ihres Geldes erhalten, also die Inflation ausgleichen und vielleicht ein kleines bisschen mehr. Mehr erwarten die nicht. Sie sind meist total risikoscheu. Es war für sie bereits eine große Überwindung, überhaupt ihr Geld vom Sparbuch zu holen und davon Aktien zu kaufen. Man hört ja so einiges schlechtes über die Börse…

Mir reicht das nicht, ich erwarte mehr Rendite von einem Investment. Deswegen kaufe ich nur Aktien. Neben Wachstumsaktien bilden super langweilige Unternehmen wie Abfallentsorger oder Energieversorger die Basis meines Depots. Damit fühle ich mich wohl.

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Wer mehr als nur den Inflationsausgleich von der Börse erwartet, sollte sich zumindest einmal die ETFs anschauen. Dort ist das Risiko auch breit verteilt und die schneiden deutlich besser ab, beispielsweise ein ETF auf den S&P 500. Solche Massen-ETFs sind auch von den Gebühren gering.

Wer etwas mehr Risiko mag, kann auf Wachstumsaktien setzen. Viele denken bei Wachstumsaktien an ein hohes Risiko. Dies ist oft gar nicht der Fall. Im DAX oder Dow Jones sind teilweise deutlich risikoreichere Unternehmen enthalten, als es viele Wachstumsunternehmen sind. Man muss natürlich Aktien von den Wachstumsunternehmen kaufen, welche seit Jahren den Umsatz und Gewinn steigern. Finger weg von Unternehmen, die nur Verluste machen.



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